Leise, sauber und energiesparend

Die Zukunft der Mobilität in den Städten ist elektrisch. BERNMOBIL will deshalb in den nächsten Jahren in Übereinstimmung mit der städtischen Energiestrategie in die Elektromobilität investieren, um die Lebensqualität in Bern weiter zu verbessern.

Rasante technologische Entwicklung
Erfahrungen sammeln
Elektromobilität seit über 100 Jahren
BERNMOBIL auf dem Weg zur Elektromobilität

Pilotversuch Linie 17

Bereits heute transportiert BERNMOBIL rund 70 Prozent ihrer Fahrgäste umweltfreundlich mit Tram und Trolleybus. Da das Unternehmen seit 2009 nur noch Strom aus erneuerbaren Quellen verwendet, fahren diese schadstofffrei. Weitere Vorteile des Elektroantriebs sind weniger Lärm und ein deutlich geringerer Energieverbrauch gegenüber Diesel- oder Gasbussen. Diese Vorteile der Elektromobilität wollen wir künftig auch auf den Buslinien nutzen – für noch mehr Lebensqualität in der Stadt Bern. Damit leistet BERNMOBIL auch einen wichtigen Beitrag, um die Ziele der Energiestrategie 2025 der Stadt Bern zu erreichen.

Rasante technologische Entwicklung

Die Entwicklung der elektrisch angetriebenen Busse schreitet zurzeit rasant voran. Der Trend in den Städten geht eindeutig und rasch in Richtung Elektromobilität. Verschiedene europäische Grossstädte wie Paris, Berlin, Hamburg, Köln oder London führen Testbetriebe auf einzelnen Linien durch – finanziell gefördert durch die öffentliche Hand. Mit der Elektromobilität soll insbesondere der CO2-Ausstoss im Verkehr reduziert und das Erreichen der Klimaziele unterstützt werden. Voraussetzung ist, dass wie bei BERNMOBIL Strom aus erneuerbaren Quellen zum Einsatz kommt.

Grundsätzlich werden zwei verschiedene Arten von Elektrobussen eingesetzt: einerseits Elektrobusse, die an Zwischenladestationen auf der Linie nachgeladen werden können, andererseits Fahrzeuge, die nur über Nacht in der Garage geladen werden. Die letztgenannten Busse weisen nach wie vor eine stark beschränkte Reichweite auf. Sie können aktuell kein ganzes Tagespensum auf einer städtischen Linie von rund 350 km fahren. Dagegen können die erstgenannten Busse mit Zwischenladungen während der Aufenthaltszeit an den Haltestellen die Batterie nachladen und erzielen damit eine genügende Reichweite. Nachteil dieses Fahrzeugtyps ist die geringere Flexibilität, da er an die Ladestationen gebunden ist.

Erfahrungen sammeln

BERNMOBIL will sich die rasche Entwicklung im Bereich der Elektrobusse zunutze machen. «Ziel ist, dass wir bei der nächsten grossen Busbeschaffung in der Lage sind, elektrisch angetriebene Busse auszuschreiben», erläutert Markus Anderegg, Leiter Technik bei BERNMOBIL. Erfahrungen fehlten vor allem im fahrplanmässigen Betrieb einer Linie mit Elektrobussen, wie Thomas Ledergerber, Leiter Netzmanagement BERNMOBIL, ausführt. «Wir müssen real testen können, welche Auswirkungen Verspätungen oder Störungen auf den Betrieb einer Elektrobuslinie haben», erklärt er. Auch mit diesen Fahrzeugen muss bei Umleitungen, grösseren Verspätungen oder anderen Ereignissen ein zuverlässiger Betrieb garantiert sein. Deshalb möchte das Unternehmen rasch einen entsprechenden Pilotbetrieb auf einer Buslinie durchführen. Die Planungen dazu haben bereits begonnen. Sie sollen auch zeigen, wie hoch die Mehrkosten für eine Elektrobuslinie sind.

Elektromobilität seit über 100 Jahren

Elektromobilität hat in der Stadt Bern eine lange Tradition. Bereits 1901 fuhr das erste elektrische Tram zwischen Burgernziel und Breitenrain. Mit dem weiteren Ausbau des Tramnetzes will BERNMOBIL die Elektromobilität auch auf der Schiene weiter vorantreiben. Dank seiner grossen Kapazität ist und bleibt das Tram bei hoher Nachfrage das ideale Verkehrsmittel für die Stadt. Seit über 75 Jahren verwirklicht auch der Trolleybus die Elektromobilität im Busbereich. Besonders auf Linien mit einem dichten Fahrplan sowie bei anspruchsvoller Topografie ist der Trolleybus eine optimale Lösung, da die Fahrleitung eine kontinuierliche Energieversorgung sicherstellt. Die Fahrleitung ist aber gleichzeitig auch sein Nachteil, da diese teuer ist. Auf weniger dicht befahrenen Linien ist der Trolleybus daher kaum wirtschaftlich.

BERNMOBIL auf dem Weg zur Elektromobilität

Mit dem Kauf von 21 Hybridgelenkbussen hat BERNMOBIL bereits einen ersten Schritt auf dem Weg zur Elektromobilität auf den Buslinien getan. Dank der Kombination von Elektro- und Dieselmotor sparen diese Fahrzeuge mehr als 20 Prozent Treibstoff ein. Die Hybridbusse gewinnen die Bremsenergie zurück und speisen damit den Elektromotor. Seit Ende September 2016 befinden sich die Hybridbusse im fahrplanmässigen Einsatz. Mit dem Beschluss von Anfang September 2016, neue Trolleybusse zu beschaffen, kann das Unternehmen noch mehr elektrisch fahren. Die neuen Fahrzeuge weisen eine Batterie auf, die es ermöglicht, einzelne Teilstrecken ohne Fahrleitung zurückzulegen. Damit können die Trolleybusse künftig auch bei Umleitungen eingesetzt werden. Heute müssen diese jeweils komplett durch Gas- oder Dieselbusse ersetzt werden.

In Zukunft sollen auch die Autobuslinien elektrisch unterwegs sein. «Wir möchten unser Angebot in Zukunft emissionsfrei betreiben», erläutert BERNMOBIL-Direktor René Schmied die Strategie. Der Weg dazu ist vorgezeichnet und die ersten Schritte sind erfolgt.

Pilotversuch Linie 17

BERNMOBIL will auf der Linie 17 mit Unterstützung des Kantons und der Stadt Bern, der Gemeinde Köniz sowie des Fonds für erneuerbare Energien von ewb einen Pilotbetrieb mit Elektrobussen durchführen. Zum Einsatz sollen elektrisch angetriebene Gelenkbusse kommen, die an der Endhaltestelle Weiermatt während der Aufenthaltszeit die Batterie an einer Ladestation nachladen können. Die Linie 17 erweist sich aufgrund ihrer Länge und Topografie als ideal für einen Pilotbetrieb. BERNMOBIL wird die Beschaffung der Busse und des Ladesystems demnächst öffentlich ausschreiben. Der Pilotbetrieb soll 2018 aufgenommen werden. Dank dieser Erfahrungen hofft BERNMOBIL, bei der nächsten grösseren Busbeschaffung vollständig elektrisch angetriebene Fahrzeuge kaufen zu können.

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