Erkenntnisse aus YUMUV-Pilotprojekt

Am 31.12.2021 endete der Pilotversuch YUMUV planmässig. Sowohl das Projektteam der vier Transportunternehmen als auch die ETH haben das Pilotprojekt ausgewertet und zentrale Erkenntnisse in Abschlussberichten veröffentlicht.

YUMUV, das «MaaS (Mobility as a Service)»-Pilotprojekt der vier Transportunternehmen Basler Verkehrsbetriebe BVB, Verkehrsbetriebe Zürich VBZ, SBB und BERNMOBIL lieferte wichtige Erkenntnisse zur Nutzung und Kombination von Sharing-Mobilitätsdiensten und ÖV in Städten.

Das bedeutet «MaaS»:

Das Konzept «MaaS (Mobility as a Service)» steht für einen einfacheren Zugang für die Nutzenden zu dieser physischen Angebotsvielfalt. «MaaS» verknüpft den physischen (alle Fahrzeuge) und den digitalen Teil (Anwendungen und Benutzerplattformen) des Angebots, die alle beide auf das Benutzererlebnis ausgerichtet sind. Zudem können dank «MaaS» verschiedene Verkehrsmittel während allen Phasen einer Fahrt individuell gewählt, geplant, bezahlt und genutzt werden.

Öffentlicher Abschlussbericht des Projektteams, Scope: gesamte Projektlaufzeit, alle drei Städte (Bern, Basel, Zürich)

Öffentlicher ETH-Forschungsbericht, Scope: August bis Oktober 2020, Zürich, Zusammenfassung des ETH-Forschungsberichts

Zentrale Erkenntnisse

Hauptnutzer von YUMUV waren junge Männer, das Durchschnittsalter war 33 Jahre. Kunden fragten die Freefloating-Angebote (Stationsunabhängige Mobilität, z.B. Voi oder Tier) stärker nach als stationsbasierte Angebote (z.B. Mobility). Mit YUMUV wurden ungefähr gleich viel Fahrten im pay-per-use-Modus (nur das bezahlen, was wirklich genutzt wird) gemacht wie im Abo-Modus. Kunden mit YUMUV-Abo fahren mehr ÖV. Allerdings wünschen sie sich den ÖV-Anteil als buchbaren Teil eines Abos, nicht - wie bei YUMUV - ein ÖV-Abo als Voraussetzung.

Trotz der eher überschaubaren Nachfrage nach Abos gibt es Potenziale aus MaaS für Transportunternehmen und die öffentliche Hand: Erstens kann MaaS das Kundenerlebnis der Fahrgäste verbessern und auf gewünschte, nachhaltigere Mobilitätslösungen ausrichten - durch die gezielte Kombination von Verkehrsmitteln. Zweitens kann MaaS die Zugänglichkeit zum ÖV erleichtern - durch den Einbezug von erweiterter Mobilität. Drittens kann die öffentliche Hand durch MaaS Mobilität aktiv und flexibel steuern - über alle Verkehrsmittel hinweg. Dadurch kann der «Werkzeugkasten» im Mobilitätsmanagement sinnvoll ergänzt werden.

Was bleibt?

YUMUV war das fortschrittlichste «MaaS-Projekt»- der Schweiz - es war einzigartig hinsichtlich der Anzahl integrierter Mobilitätsanbieter und deren Integrationstiefe (Suchen – Buchen – Fahren – Bezahlen). Auch wurde aus der ETH-Forschungsbegleitung der umfangreichste Datensatz zu einem «MaaS-Projekt» weltweit gewonnen. Mit YUMUV konnte BERNMOBIL Gespräche mit anderen Transportunternehmen und der Stadt deutlich intensivieren und das Potenzial solcher Projekte aufzeigen. Sie entfalten ihr ganzes Potenzial nur mit den Städten und der öffentlichen Hand als Treiber - sei es hinsichtlich einer integrierten Mobilitätspolitik oder der Vorgabe klarer Mobilitätsziele.

Medienarchiv

Medienmitteilung vom 30.11.2021 (Projektabschluss)

Medienmitteilung vom 09.03.2021 (Projektstart Bern)