Das Tram gehört zu Bern wie Bundeshaus und Zytglogge

Zurzeit sorgen rund 350 Wagenführer/Innen dafür, dass unsere Fahrgäste sicher und komfortabel an ihr Ziel gelangen. Im Frühjahr 2023 gesellt sich mit dem Tramlink ein neues Fahrzeug hinzu, das die Flotte von BERNMOBIL weiter modernisiert. «Wir sind gespannt, was der Tramlink für Neuerungen mit sich bringt», erklärt Ausbildner, Pascal Stucki. Wir haben den 38-jährigen im Führerstand begleitet. 

Technisch betrachtet, dient der öffentliche Verkehr der Personenbeförderung von A nach B. Doch für Bern sind die roten Busse und Trams vielmehr «Lebensader» denn blosses Transportmittel. So haben unsere Fahrzeuge während des Lockdowns im Frühling 2020 ihren Teil dazu beigetragen, dass der Herzschlag dieser Stadt nicht vollständig zum Erliegen kam. Mittlerweile hat der erste Schnee die Dächer Berns «überzuckert» und wir begleiten Ausbildner Pascal Stucki im Führerstand auf der Linie 6 Richtung Worb. «Sidäfiin» schlängelt sich das Fahrzeug durch die weihnachtlich beleuchtete Marktgasse. «Spätestens jetzt müsste jedem klar werden, warum der Beruf des Tramfahrers, der Tramfahrerin so schön ist», schwärmt der 38-Jährige während er auf die Haltestelle Zytglogge zusteuert und ergänzt, «BERNMOBIL begleitet ihre Fahrgäste in allen Lebenslagen».

Theorie und Praxis

Für viele unserer Mitarbeitenden scheint ihr Dienst in der Führerkabine mehr Berufung denn Beruf. Pascal Stucki teilt diese Einschätzung. Er macht die Faszination für das Tramfahren mitunter auch an der technischen Komponente fest. «Während die Front des 42 Meter langen Gefährts beim Casinoplatz einbiegt, ist das Heck quasi noch in der Marktgasse», bemerkt der gelernte Offsetdrucker mit einem Augenzwinkern. Seit rund acht Jahren bringt er angehenden Mitarbeitenden als Fahrlehrer alles bei, was es braucht, um die Trams sicher und pünktlich durch die Strassen zu pilotieren. 

Grundsätzlich steht allen Interessierten ein Direkteinstieg in den Fahrdienst offen. Vorausgesetzt wird bei BERNMOBIL einzig der PW-Führerschein. Sobald der psychologische Test bestanden und die ärztliche Untersuchung abgeschlossen ist, geht es im BildungsCenter von BERNMOBIL ans Eingemachte. Während insgesamt 23 Tagen gilt es, sich in Theorie und Praxis das nötige Rüstzeug zu holen. Arbeitet jemand bereits als Busfahrer auf dem Netz von BERNMOBIL, verkürzt sich die Dauer der Ausbildung auf 18 Tage. «Bereits am Tag 1 drehen die Anwärterinnen und Anwärter eine Runde in Richtung Westside.» Das dies unter den wachsamen Augen des Fahrlehrers geschieht, versteht sich von selbst. Nach der ersten «Kür» folgt aber bereits die «Pflicht», bemerkt Stucki. «Das Verinnerlichen der bei BERNMOBIL geltenden Fahrdienstvorschriften ist nicht ganz ohne.» Selbst dann nicht, wenn jemand bereits Erfahrungen im Führerstand eines Trams mitbringt. Denn, der schweizerische Föderalismus macht gemäss Stucki auch vor den städtischen Verkehrsbetrieben nicht Halt. Das heisst, die Vorschriften und Reglemente zum Führen eines Trams sind von Stadt zu Stadt verschieden. 

Aufs «Gschpüri» kommt es an

«Man muss Menschen mögen», antwortet Pascal Stucki auf die Frage, was denn gute Wagenführer/Innen ausmachen. Sie seien bei Fragen unserer Fahrgäste oft die erste Ansprechperson. Gelassenheit und «Gschpüri» seien weitere Fähigkeiten, um den Arbeitsalltag mit Freude zu meistern. So sei es manchmal von Nöten, das Tempo der Schienenanlage anzupassen – obwohl man dem Fahrplan vielleicht etwas hinterherhinke. Schliesslich sollen unsere Fahrgäste nicht nur sicher, sondern auch komfortabel ans Ziel gebracht werden. Wer zum ersten Mal eine Begleitfahrt auf dem Sozius eines Trams unternimmt, unterliegt schnell einer gewissen «Trämler-Romantik». Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Beruf kein «9-to-5»-Job und Flexibilität zwingend sei, betont Stucki. «Je nach Dienst fahren die Menschen frühmorgens mit dir zur Arbeit und am Abend bringst du sie wieder nach Hause.»

Moderne Fahrzeugflotte

Mit der Ausmusterung der in den 1990er-Jahre eingeführten Veveytrams (Be 4/8) geht bei BERNMOBIL eine Ära zu Ende. Das Fahrzeug habe sehr gute Dienste geleistet, resümiert Pascal Stucki. Mit der Neubeschaffung der 27 Fahrzeuge des Typs Tramlink von Stadler erreicht BERNMOBIL einen weiteren Meilenstein in ihrer Geschichte.

«Speziell im Hochsommer wird die Reise für unsere Fahrgäste auf dem gesamten Netz von BERNMOBIL noch angenehmer.» Dank dem Tramlink verfügen nun sämtliche Fahrzeuge über eine Klimaanlage. «Saunaähnliche» Zustände auf einzelnen Linien gehören somit endgültig der Vergangenheit an. Angenehmer Nebeneffekt: Die Klimatisierung des Tramlink erfolgt mit dem natürlichen Kältemittel R744 (Kohlendioxid/CO2). Die schädigt das Klima 1430-mal weniger als jenes, das in den heutigen Fahrzeugen verwendet wird (R134a). Zudem können mit neu eingesetzten Kältemittel auch die Wärmepumpen fürs Heizen der Trams betrieben werden, was im Winter zusätzlich Energie spart. Mit dieser Neuerung geht BERNMOBIL einen weiteren Schritt im Sinne eines nachhaltigen Angebots. Welche weiteren Merkmale das neue Fahrzeug auszeichnen, und warum der öffentliche Verkehr in Bern noch sicherer und stabiler wird, können sie ganz bequem auf bernmobil.ch nachlesen.   

Und haben wir bei Ihnen die Lust aufs Tramfahren geweckt? Oder könnten Sie sich auch vorstellen, einen Doppelgelenkbus durch die Strassen Berns zu pilotieren? Unter öv-job.ch finden Sie alle nötigen Informationen. Es würde uns freuen Sie bei uns «an Bord» begrüssen zu dürfen!

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